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USA drängen Portugal zum F-35-Wechsel: «Champions League» der EU-Luftstreitkräfte als Ziel

calendar_today24.02.2026
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VonSwissTech Redaktion
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USA drängen Portugal zum F-35-Wechsel: «Champions League» der EU-Luftstreitkräfte als Ziel
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Bild: Archiv SwissTech Briefing

Der US-Botschafter in Portugal wirbt offen für den F-35 als Nachfolger der portugiesischen F-16-Flotte. Im Zentrum stehen NATO-Interoperabilität und strategische De-Risking-Fragen.

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Der US-Botschafter in Portugal, John Arrigo, hat die portugiesische Regierung öffentlich dazu aufgefordert, die bestehende F-16-Flotte perspektivisch durch den F-35 Lightning II von Lockheed Martin zu ersetzen. Seine zentrale Botschaft: Der Kampfjet der fünften Generation würde Portugal in puncto Interoperabilität auf das Niveau der führenden europäischen Luftstreitkräfte heben.

Arrigo bezeichnete den F-35 als den technologisch stärksten Kandidaten und verwies auf dessen Rolle als Stealth-Plattform der fünften Generation. In seiner Argumentation steht weniger nur die Plattform selbst im Fokus, sondern vor allem deren Einbindung in ein zunehmend vernetztes NATO- und EU-Verteidigungsumfeld.

Interoperabilität als strategischer Hebel

Aus Sicht Washingtons ist die Debatte um Portugals künftige Kampfflugzeuge nicht nur eine Beschaffungsfrage, sondern eine strategische Weichenstellung. Der F-35 gilt innerhalb der NATO als Schlüsselplattform für gemeinsame Lagebilder, standardisierte Datenverarbeitung und multinationale Missionen.

NATO Air Operations Planning
Abbildung 1: Gemeinsame Luftoperationsplanung als Symbol für NATO-Interoperabilität im F-35-Ökosystem.

Arrigo betonte, dass in Europa bereits hunderte F-35 im Einsatz oder bestellt seien. Zugleich verwies er darauf, dass ein signifikanter Teil des Flugzeugs mit europäischen Komponenten gefertigt werde – ein Argument, das politische Vorbehalte gegenüber einer rein US-zentrierten Beschaffung abmildern soll.

Portugals Entscheidung ist noch offen

Trotz des öffentlichen Vorstosses aus Washington ist in Lissabon nach aktuellem Stand keine Entscheidung gefallen. Portugals Verteidigungsministerium hatte bereits zuvor signalisiert, dass ein formeller Auswahlprozess für ein künftiges Kampfflugzeug noch nicht gestartet sei.

Portugiesische F-16 Flotte
Abbildung 2: Die portugiesische Luftwaffe steht vor der Herausforderung, ihre F-16-Bestände langfristig zu ersetzen.

China-Faktor und «De-Risking»

Ein weiterer Schwerpunkt der Aussagen betraf Portugals Verhältnis zu China. Arrigo betonte, die USA wollten Portugal nicht zu einer einfachen Entscheidung «USA oder China» zwingen. Stattdessen sei das Ziel ein «De-Risking», insbesondere in Bereichen wie Cybersicherheit und kritischer Infrastruktur.

Geopolitics in Portugal
Abbildung 3: Geopolitische Dimension strategischer Investitions- und Sicherheitsfragen am Atlantik-Hub Portugal.

Einordnung für Europa und die Schweiz

Der Fall Portugal zeigt erneut, wie eng Rüstungsbeschaffung und Geopolitik verzahnt sind. Auch für die Schweiz ist die Wahl des F-35 als Bündnis- und Technologieentscheidung zu verstehen. Gerade mittlere Staaten müssen die Balance zwischen technischer Exzellenz, industrieller Beteiligung und strategischer Unabhängigkeit finden.

Fazit: Der öffentliche Druck aus Washington macht Portugals Rüstungsplanung zum Politikum. Die Entscheidung wird Portugals Positionierung in der europäischen Sicherheitsordnung und seinen Umgang mit globalen Technologieabhängigkeiten massgeblich prägen.

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data_usageFakten & Daten

Hier sind 5 wichtige Fakten, die aus dem Artikel hervorgehen:

Der US-Botschafter in Portugal, John Arrigo, hat die portugiesische Regierung aufgefordert, die F-16-Flotte durch den F-35 Lightning II von Lockheed Martin zu ersetzen.

Arrigos Hauptziel ist es, die Interoperabilität Portugals mit der EU und NATO zu erhöhen, um sich auf das Niveau führender europäischer Luftstreitkräfte zu bringen.

Der F-35 wird als technologisch stärkster Kandidat für eine Ersetzung der bestehenden F-16-Flotte bezeichnet und wird als Stealth-Plattform der fünften Generation geführt.

Die Einbindung des F-35 in ein zunehmend vernetztes NATO- und EU-Verteidigungsumfeld steht im Fokus von Arrigos Argumentation.

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